Newscast 25.09: Meituan mehr wert als Xiaomi, iFlytek Fake AI, E-Commerce Gesetze

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Nachdem das Mond- bzw. Mitherbstfest in China (中秋节, Zhōngqiūjié) gefiert wurde und die dazugehörigen Mooncakes (Nein, keine Drogen, sondern Gebäck!) den Magen verstimmt haben, gibt es heute den Newscast für diese Woche.

Heute im Programm: Wahnsinns IPO, die Xiaomi in den Schatten stellt, eine AI Interpretationssoftware die von Menschen gesteuert wird und neue Gesetze für Chinas „Daigou-Industrie“. Ebenfalls, JD weiterhin auf Talfahrt nach Vergewaltigungsvorwürfen.

Unbekannter Riese Meituan: Mehr wert als Xiaomi

In Deutschland sind wahrscheinlich die wenigsten mit Meituan oder Dianping in Kontakt getreten, aber in China is das O2O-Unternehmen (Online-to-Offline) auf jedem Smartphone in Großstädten zu finden. Hierbei ist Meituan das (im Vergleich) gigantische Gegenstück zu Pizza.de oder Foodora und Deliveroo oder Uber Eats. Dianping dagegen erinnert an eine Kombination aus (lokalem) Tripadvisor und Groupon, um dem Einzelhandel Services zu verkaufen, um im Gegenzug die Kundenakquise zu verbessern – In China selbst für das kleinste „Ramschlokal“ völlig normal, denn jedes Ladengeschäft ist durch diese Apps vernetzt.

Durch die knapp $3 Mrd. Akquisition von Mobike, dessen um 70% beschönigte Zahlen im IPO Prospektus offenbart wurden, ist Meituan erstmalig auch international für viele ein Begriff geworden. Mobike ist in den größten Städten Deutschlands bereits vertreten (zu mMn. unverschämten Preisen).

Mit einem Kurshoch von rund $51 Mrd. darf sich Meituan-Dianping als drittgrößtes Internet-Unternehmen in China betiteln und stößt somit Xiaomi vom vierten Platz hinter den BAT-Giganten (Baidu, Alibaba, Tencent).

Quelle:

iFlytek Interpretations AI: Live von Menschen übersetzt

Ebenfalls in Deutschland unbekannt ist das Unternehmen iFlytek. Das AI-Unternehmen ist vor allem durch Interpretationsarbeiten bekannt, welches Live eingesetzt werden kann, um direkte Übersetzungen zu liefern. Brisant ist das Thema vor allem, weil neben Tencent, lediglich Microsoft und Tencent gut bei der Übersetzung abschneiden. Die Hoffnung in weitere Unternehmen aus China ist somit groß.

Allerdings ist ein offener Brief eines Übersetzers aufgetaucht, der sich darüber beschwerte, dass iFlyteks AI-Produkt keine gute arbeitet leistet. Er selbst wurden vom Unternehmen eingestellt, um auf einer Internationalen Konferenz die Übersetzung vorzunehmen. Hier wurde deutlich, dass die AI weniger „Fly“ ist und einfachste Aufgaben und Fehler korrigiert werden mussten. 

Besonders durch den politischen Druck China zum Marktführer in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz zu machen, konnte das mit $9 Milliarden bewertete Unternehmen profitieren.

Quellen:

Neue E-Commerce Steuer-Gesetze: Daiguo-Händler müssen zahlen

Das Thema Milchpulver und Chinesen, die deutsche Drogeriemärkte regelrecht leer kaufen ist immer noch aktuell und das wahrscheinlich beste Beispiel für sogenannte Daiguo-Händler (海外代购, persönlicher Einkäufer aus dem Ausland). Die Ausmaße sind vielen wahrscheinlich nicht bewusst, denn hier handelt es sich um eine Nische mit einem Gesamtvolumen von schätzungsweise weit über $25 Milliarden. Grund für dieses Business sind die teilweise absurden Einfuhrsteuern (vor allem auf Luxusgüter) und das mangelnde Vertrauen in China.

Vor allem im Ausland lebende Chinesen oder zurückgekehrte Studenten, die noch einen guten Draht im Land des Auslandstudiums haben, profitieren am meisten und können in Ausnahmefällen Millionenbeträge im Monat umsetzen. Meist werden diese Operationen über die Messenger App WeChat und die dazugehörige Online-Geldbörse abgewickelt. Importiert wird meist illegal (oder Privat mit Freigrenze) und Steuern werden natürlich nicht abgeführt.

Damit soll nun allerdings Schluss sein. Daiguo Händler müssen nun gewerblich agieren und es werden Strafen bis 300.000€ fällig, wenn keine Steuern abgeführt werden – Importeuren drohen gar Gefängnisstrafen. Dank dem großen Einfluss der chinesischen Regierung auf Privatunternehmen wäre eine Kontrolle von WeChat Transaktionen möglich, aber die Umsetzung, da mehrere Millionen Menschen sich so etwas dazu verdient, wohl deutlich kostenintensiver.

Das neue Gesetz wird ab 1. Januar in Kraft treten und sorgt für viel Furore und Ahnungslosigkeit bei Händlern. Ob so allerdings die Professionelle Konkurrenz für Händler wächst? Originaltext anbei.

Quellen:

JD Vergewaltigungs-Anschuldigungen: Neue Informationen und fallende Aktienkurse

Der CEO von Jingdong bekommt keine Ruhe. Liu Qiangdong (Richard Liu) soll während einem Universitätsbesuch in Amerika eine junge Chinesin vergewaltigt haben. Immer mehr Informationen zum Fall, der nach einem alkoholreichen Dinner mit diversen hochrangigen Managern stattgefunden haben soll, werden offengelegt. Die Ermittlungen laufen und es wird sich zeigen, ob sich entweder außergerichtlich geeinigt wird oder der Gründer wirklich an die USA ausgeliefert werden soll.

So ist es nicht verwunderlich, dass JD.coms Aktienkurs in diesem Jahr um rund -40% gefallen ist. Ein weiteres Problem ist die Firmenstruktur bei JD.com, denn Richard Liu besitzt 80% des Stimmgewichtes im Aufsichtsrat und so wäre das Unternehmen bei einer Verurteilung in großen Schwierigkeiten.

Ein solcher Fall ist auch für die chinesischen Medien neu und unerwartet und so wird neben viel Beruhigungsarbeit von China Daily oder Xinhua in vielen Beiträgen die chinesische (Business-)Kultur – vor allem in höheren Rängen – hinterfragt.

Quelle:

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