Beidu: Starkes Wachstum, Schwacher Gewinn

Nach dem chinesischen neuen Jahr hat Baidu nun die Geschäftszahlen von 2018 veröffentlicht. Die Gewinn leidet unter hohen Investitionen.

0

2018 war ein Jahr, in dem sich Baidu neu für die Zukunft aufgestellt hat. Anfangs wurden noch große Ankündigungen gemacht, dass Baidu das Duell mit Google gewonnen hätte, bevor es überhaupt anfängt (und tatsächlich nie stattgefunden hat). Doch später im Jahr wurde klar, dass einige Sparten von Baidu Probleme haben und eine große Umstrukturierung nötig werden. Deren Auswirkungen schlagen nun auf das Geschäftsergebnis nieder.

Chinas Netflix und Google in einem?

Dazu sollte man wissen, dass Baidu noch deutlich mehr Services betreibt als „nur“ die Suche, ähnlich zum Giganten Google. Wichtige Geschäfte sind beispielsweise die Videostreaming Plattform iQiyi, doch auch im Smart-Home-, Transport-, autonomes Fahren- und Cloud-Bereich ist Baidu aktiv.

China CEO Baidu Milliardär
Robin Li ist Gründer und CEO von Baidu und setzt sich persönlich für einen stärkeren Fokus auf AI ein.

Wo sind die Gelder 2018 also hin geflossen? Massiv erhöht wurden die Ausgaben für eigene Filme, Serien und Show für iQiyi, wodurch die Plattform für Nutzer attraktiver werden soll. Ganz á la Netflix mit den Originals. Das Kerngeschäft folgt jedoch Googles aktuellem Mantra: AI First. So wurde im Dezember von CEO Robert Li eine eigene Unternehmensabteilung für KI und Cloud-computing erschaffen, außerdem soll der Fokus deutlich mehr auf dem Business (B2B) Geschäft liegen. Diese Umstrukturierung verschlingt natürlich jede Menge Kapital und die Investitionen werden sich erst in der Zukunft auszahlen, trotzdem sind Sie dringend nötig gewesen. Denn das Werbegeschäft mit der Suche bekommt langsam Probleme, Baidu kann sich nicht für immer darauf verlassen. Doch dazu später mehr, jetzt wird es erst einmal Zeit für einen Blick auf die konkreten Zahlen.

Mehr Umsatz, Weniger Gewinn

Der Umsatz des letzten Jahres stieg um 28% auf 102,3 Milliarden Yuan (ca. 13,4 Milliarden €) während der Gewinn um 1% auf 15,5 Milliarden Yuan (gut 2 Milliarden €) sank. Klingt nicht dramatisch, wenn man sich jedoch nur das vierte Quartal ansieht, ist der Verlust deutlich höher. Satte 77% sackte der Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal ab, also ein massiver Einbruch. Diese Nachricht, kombiniert mit einem hohen Verlust von iQiyi, sorgte bei Anlegern für schlechte Laune.

In der Zukunft dürfte ein diversifizierteres Angebot Baidu deutlich robuster machen, denn die Anzeigen in der Suche alleine machen immer mehr Probleme. Zum einen verlieren die Chinesen zunehmend das Vertrauen in diese, zum anderen machen Zensurrichtlinien der chinesischen Regierung dem Geschäft Probleme. So wurde bekanntgegeben, dass alleine 2018 über 50 Milliarden „schädliche“ Informationen aus der Suche gelöscht wurden. Auch wenn das meiste davon automatisch passiert, ist es auch ein finanzieller Aufwand, der sich negativ aufs Geschäft mit der online Suche niederschlägt. Zusätzlich dazu ist das Vertrauen der Nutzer in Baidu deshalb in Gefahr, da der Algorithmus oft Fehler macht, beziehungsweise nicht so funktioniert wie es die Nutzer gerne hätten. Damit tut sich dort ein weiteres Problem auf, welches angegangen werden muss.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Oh Nein, du bist momentan offline! Wir versuchen dir trotzdem unsere Seite zu zeigen.