China bannt PUBG und stellt patriotischen Klon vor

Tencent hat keine Lizenz für PUBG bekommen und wollte trotzdem Geld mit dem Shooter verdienen. Die Lösung: ein patriotischer, dreister Klon.

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2019 sollte das Jahr werden, in dem es für Publisher in China wieder bergauf geht. Doch die Lizenzierung der Spiele kommt einfach nicht in Schwung und jeder zweite Titel wird angeblich abgelehnt. Das hat jetzt auch die mobile Version von PUBG getroffen, die sich immer noch extremer Beliebtheit erfreut. Alleine im Playstore sind es über 100 Millionen Downloads und es ist das zweit-erfolgreichste Spiel überhaupt – jetzt steht jedoch fest, dass der Publisher Tencent auf dem chinesischen Markt niemals Geld mit der App verdienen darf. Zumindest nicht direkt…

Game for Peace – Jugendschutz a la China

PUBG ist als Shooter mit möglichst realistischer Grafik logischerweise einigermaßen brutal, das Ziel ist logischerweise das Töten der Gegner. Während man das Problem im Rest der Welt pragmatisch per Altersbeschränkung (in Deutschland ab 16) löst, reicht das in China offensichtlich nicht aus.

Dort wurde PUBG Mobile nach circa einem Jahr als Testversion nun endgültig eingestellt, dafür gibt es ein „neues“ Spiel auf dem Markt: Game for Peace. Das Spiel ist offensichtlich eine 1:1 Kopie von PUBG mit ein paar Anpassungen für den chinesischen Markt. Doch ein Bild sagt mehr als tausend Worte, seht also selbst:

Gegner sterben also nicht mehr, sie setzen sich, winken und verschwinden ins nichts. Eine etwas absurde Lösung zur Umgehung von Gewalt, da parallel dazu noch mit realistischen Waffen und Explosionen für den „neuen“ Titel geworben wird.

Außerdem wird nun ein verstärkter Fokus darauf gelegt, die chinesische Luftwaffe in dem Spiel ins positive Licht zu setzen und Terroristen zu bekämpfen. Laut Tencent handelt es sich durch diese minimalen Anpassungen nicht nur um ein anderes Spiel, es soll direkt in einem komplett anderen Genre spielen.

Welches das sein soll wurde leider nicht gesagt, die Antwort wäre doch sehr interessant gewesen. Schließlich ist nicht nur die Grafik, Spielmechaniken, Waffenauswahl und das Spielprinzip weitestgehend identisch, auch sind beide Battle Royale Shooter und sogar die Spielstände wurden teilweise von PUBG zu Game for Peace übernommen.

Vermutlich ist es also reines Marketing seitens Tencent für das „neue“ Spiel, damit dieses eine Lizenz bekommt und der Publisher mit dem PUBG wenigstens über Umwege endlich Geld verdienen kann. Was jedoch nicht verändert wurde, sind die Mechaniken, die einige Spieler süchtig nach PUBG Game for Peace werden lässt – neben der Gewalt ein Hauptkritikpunkt der chinesischen Behörden an Videospielen im Gesamten. Gerade bei PUBG ist es so ausgeprägt, dass die App in Teilen von Indien für einige Zeit verboten wurde und es dabei sogar zu Verhaftungen kam. Ob Tencent mit PUBG im friedlich-patriotischen Mantel bei den Zensoren haben wird ist spannend, da es sich im Kern offensichtlich um das selbe Spiel handelt.

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