SJCam Debakel: Spanischer Exklusivhändler gewinnt Zweikampf

Bald mehr Verträge und rechtliche Probleme mit Chinahändlern?

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Viele Fans von Chinaprodukten kennen den Action-Kamera Hersteller SJCam schon seit der SJCam 4000. Die Kamera hat zu seiner Zeit, durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, für Aufruhr gesorgt. Die Verkaufszahlen in einigen Ländern sind so gut, dass exklusive Partnerschaften geschlossen wurden.

SJCamhd.es hat zum Beispiel einen Exklusivvertrag mit dem chinesischen Hersteller und ist somit der einzige erlaubte Retailer der Kameras in Spanien. Nur dieser besitzt ein offizielles Reperaturzentrum mit Kundenservice und kann dieses nutzen.

SJCam bei GearBest aus dem Warenhaus entfernt

Der Händler hat in der letzten Woche rechtliche Schritte gegen GearBest eingeleitet und alle SJCams die sich im spanischen Warenhaus befanden, wurden von der Webseite entfernt.

Wie kommen diese Probleme zustande?

Das chinesische Händler recht blauäugig sind, wenn es um internationale Gesetze, geht, wird allzuoft deutlich.

Das deutsche Fernabsatzgesetz wird durch eigene AGBs überschrieben, Importe gehen an den Zoll vorbei und diverse wettbewerbswidrige Methoden werden angewendet.

Wieso kommt dieses Problem allerdings auch Zustande, wenn eine chinesische Firma wie SJCam involviert ist?

In China ist die Gesetzgebung bzw. der Prozess, wie recht gesprochen wird, sehr unterschiedlich. Marken, die sich gegenseitig auf Copyrightverletzungen verklagen, müssen dieses Recht oft teilen. Abmahnungen sind allgemein weniger präsent, als es in Deutschland der Fall ist. China ähnelt hier oft dem Wilden Westen auf Businessebene.

Ein andere Partei zu verklagen bedeutet oft einen Reputationsverlust. Niemand möchte Business mit einer Partei eingehen, der „nicht vertraut werden kann“. Ebenfalls gilt oft, dass das Ergebnis zählt und nicht wie dieses erreicht wurde. Das auf diesem Weg einige Ideen „übernommen“ oder kopiert wurden, spielt für die meisten Chinesen (oft noch) keine Rolle.

Dies gilt auch für GearBest. Die Empfehlung, dass Produkte von SJCam in Spanien nicht verkauft werden dürfen, wurde ignoriert. Schließlich sei man über 20% günstiger und verkaufe die Marken schon seit langem!

Präzedenzfall mit Hoffnung?

Um sich in der Europäischen Union und besonders in Deutschland etablieren zu können sind Transparenz und Vertrauen sehr wichtige Faktoren.

Partnerschaften mit etablierten lokalen Anbietern und zusätzlichen Serviceleistungen für Kunden sind somit essenziell, um Fuß zu fassen. Im Gegenzug sind Kunden auch bereit ein paar Euro mehr zu investieren, um all diese Sicherheiten zu bekommen.

Genau deshalb sind Partnerschaften wie die hier dargestellte so wichtig. Chinashops wachsen rasant, obwohl sie weder Transparenz noch Serviceleistungen bieten. Sie sind aber leider oft der einzige Weg, um die eigene Marke in Europa absetzen zu können.

Meiner Meinung nach müssen sich Marken, statt Millionenbeträge in schlechtes Marketing zu stecken, etwas mehr trauen.

Nur mit einer vernünftigen Strategie kann sich zeigen, ob sie wirklich gut genug sind, um langfristig zu wachsen.

Welche Marken könnten sich eurer Meinung nach in Europe etablieren? Welche werden langfristig verschwinden?

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2 Kommentare
  1. Tobias sagt

    Finde ich gut, dass da der Exklusivhändler mal durchgegriffen hat. Auch wenn ich solche Exklusivhändler mit ihrer Monopolstellung für fragwürdig halte (in Deutschland gibt es z.B. einen Exklusivimporteuer für FiiO), ist es oft der einzige Weg, um die Marke überhaupt erst mal bei uns rechtlich korrekt zu vertreiben.
    In Spanien gab es vor einigen Monaten auch Razzien gegen die EU Lager der China Shops. Findet der spanische Staat halt auch nicht so lustig, wenn dort massenweise Produkte verkauft werden, ohne dass die Chinesen die Mehrwertsteuer abführen. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Spanien-Gross-Razzia-gegen-Betreiber-von-China-Shops-3739414.html

    1. Maxi sagt

      Exakt, im Endeffekt ist dies nur gut für die Produzenten, die Innovative und tadellose Produkte herstellen.

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