Pornografie in China – Die Zensurmaschine glüht!

Das Verbot von Pornografie ist ein Kampf gegen Windmühlen - und wird trotzdem extrem hart geführt. 7 Jahre Gefängnis? ASMR Verbot? Alles Realität!

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Pornografie ist ein Thema, über das auch in Deutschland fast niemand gerne offen redet, und das gilt auch für China. Doch während in Deutschland niemand offen darüber reden will, liegt es im Reich der Mitte daran dass es niemand darf.

Dabei geht es um jede Menge Heuchelei, Tabuisierung und Kriminalisierung von Pornografie und extrem überzogene Auswüchse, die die Zensur des Internets dabei hervorbringt. Über ein paar davon aus jüngster Vergangenheit will ich in diesem Artikel berichten.

1 App = 7 Jahre Gefängnis

Hot TV, eine unter vielen chinesischen Video Apps, hat über vier Millionen Nutzer und ermöglicht es Ihnen, Fernsehinhalte und Videoclips zu streamen. Eben diese wurden nun von den chinesischen Behörden untersucht, wobei Sie 1579 „illegale Inhalte“ gefunden haben. Darunter auch 28, die „pornografisches Material“ enthalten haben sollen. Dafür wurde der Gründer der App für schlappe 7 Jahre Haft verurteilt, die Firma muss zusätzlich über 30 Millionen Euro an Strafe zahlen.

Moment. 7 Jahre Gefängnis, weil bei einer App mit abertausenden Videoclips 28 pornografisches Material enthalten haben sollen?!

Traurige Realität in einem Land, in dem Zensur zum Alltag gehört. Wenn Ihr die Strafe genauso übertrieben wie ich findet, werdet Ihr geschockt sein, dass der Dreh eines einzigen Videos mit pornografischen Inhalts mit 12 Jahren Gefängnis, gegebenenfalls noch härter, bestraft werden kann.

Ein Verbot ohne Wirkung

Verhaftung China
10 anzügliche Videos gedreht – 120 Jahre Gefängnis?!

Solche Zahlen werfen einige Fragen auf: Was gilt in China überhaupt als Pornografie? Ist diese tatsächlich aus dem chinesischen Internet verschwunden? Funktionieren diese Maßnahmen zur „Reinigung des Internets“, die alle paar Jahre noch härter als sonst durchgeführt werden?

Selbstverständlich nicht. Wer suchet, der findet, meist über P2P Netzwerke und Sharing Websites, die an Ihre Nutzer entsprechenden Content verteilen. Werden diese von den Behörden gefunden und geschlossen , tauchen Sie kurze Zeit später wieder unter anderem Namen auf. So ist es auch möglich, dass alleine dieses Jahr die Behörden mehr als 9,8 Millionen Veröffentlichungen, 270 Millionen pornografische Informationen und 62.000 Apps und Websites löschten. Und das ohne die Verbreitung von Pornos effektiv Verhindern zu können.

Ähnlich zu Prostitution und Drogenhandel kann man diese kriminalisieren und drakonisch bestrafen, doch wirksam bekämpfen kann man Sie damit nicht. Andererseits wird die Chance von der chinesischen Regierung genutzt unter dem Deckmantel des Jugendschutzes neue PCs zwangsweise mit einer Filter-Software auszustatten. Offiziell soll damit verhindert werden, dass Jugendliche in den Kontakt mit „schädlichen Inhalten“, sprich Pornos, kommen. In der Realität werden jedoch hochpolitische Themen wie der „4. Juni“, „Tibet“ und „„Falun Gong“ stärker zensiert als das angebliche Ziel, die Pornos.

Doch was fällt nun alles in die Kategorie „Pornografie“? Der Begriff kann durchaus sehr weit ausgedehnt werden, wie das nächste Beispiel zeigt.

ASMR = Pornografie ?!?

ASMR Videos sind ein relativ neues Phänomen im Internet. Bei diesen wird in ein Mikrophon geflüstert und Geräusche erzeugt, die bei manchen Zuhörern für Gänsehaut sorgen und beim Einschlafen helfen. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, für den habe ich einmal eine Vorstellung von Gameboy-Spielen als Beispiel herausgesucht(Kopfhörer empfohlen):

Diese spezielle Audioaufnahme wurde nun als Pornografie betitelt.

Ja, damit würde sowohl das Ansehen dieses Videos, als auch das Produzieren theoretisch extrem hart bestraft werden können.

Diese Maßnahme ist völlig überzogen und schießt weit am Ziel vorbei. Vermutlich hängt es damit zusammen, dass in China gerade die Videos trenden, die von attraktiven Personen eingesprochen werden. Wie das letztendlich mit Pornografie zusammengebracht wird, ist mir trotz allem schleierhaft.

Uhh Banana! Auch das „Laszive“ essen von Bananen ist in Chinas Livestreaming Apps verboten.

So gibt sich ein abstruses Beispiel, wie willkürlich Zensur in China sein kann. Man versucht hier Symptome zu Bekämpfen, statt gegen die Ursachen vorzugehen.

Der China-Vlogger Loawhy86 hat zu dem Bann von ASMR ein ganzes Video produziert, welches ich euch nicht vorenthalten möchte:

Was haltet Ihr von davon? Sollte Pornografie verboten sein, und wenn ja, wie setzt man ein solches Verbot am sinnvollsten um? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren, das könnte bei diesem Thema doch sehr spannend werden.

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