Neue Regulierung: Behörden räumen Videoplattformen in China auf

Dass Meiden in China stark reguliert sind, ist nichts neues. Jetzt wurden neue Regelungen für die extrem populären kurzen Clips und Storys aufgestellt.

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China räumt das Internet (Intranet?) erneut auf.  Die zuständige Behörde hat nun regeln veröffentlicht, die in den nächsten 6 Monaten hart durchgesetzt werden sollen. Mediengiganten wie Tencent, Netease oder Bytedance müssen somit noch strenger auf ihre Nutzer schauen.

Besonders trifft es beliebte Video-Sharing Plattformen wie Tik Tok (in China: 抖音, Dǒuyīn) oder Livestreaming-Plattformen. Zuletzt wurde eine bekannte Streamerin zu 5 Tagen Haft verdonnert, da sie, so einige Zuschauer und die Regierung, die Nationalhymne auf ihrem Stream nicht gehuldigt und veräppelt haben soll.

Gleiche Regeln für alle

Kurz gesagt, in den kurzen Clips ist das gleiche Verboten wie überall sonst auch. Neben allen Formen von Pornografie, zu der auch die ASMR Videos gehören, und Gewalt geht es hauptsächlich um politische Themen. Insgesamt hat die zuständige Behörde, die „National Radio and Television Administration (NRTA)“,  100 Kategorien definiert, die in Videos nicht vorkommen dürfen.

Diese Regelung betrifft in erster Linie die Nutzer der jeweiligen Plattformen, die sich daran halten müssen. Doch da die Plattformen für die Einhaltung derer selbst verantwortlich sind, gibt es auch ein paar Hinweise der Behörde für die Betreiber. Ihnen wurde von der NRTA  nahe gelegt, vermehrt auf Gesichtserkennungsalgorithmen und vergleichbare Technologien zu setzen, damit die Videoersteller eindeutig identifiziert werden können. Außerdem soll neben dem reinen Inhalt der Videos auch Kommentare und Titel überprüft werden. Für die manuelle Überprüfung hilft die NRTA die Gutachter anhand der Regeln zu schulen. Doch die schiere Masse der Videos wird eine großteils automatische Kontrolle voraussetzen.

Heftige Strafen?

China Markt Videos Kurz
Der Markt ist zwar stark zersplittert, doch Tencent und Bytedance dominieren den Markt. Quelle: Analysys

Die Strafen, die die Plattformen gegenüber den Nutzern aussprechen sollen, wirken im ersten Moment relativ locker. Wenn es das erste Vergehen ist oder nur ein leichtes, soll der Nutzer für ein Jahr gesperrt werden. Je nach Härte des Vergehens gibt es dann auch noch Sperren von 3 Jahren oder Lebenslang. Was im ersten Moment harmlos klingt, kann die „Karriere“ der Videoblogger zerstören, denn schon ein Jahr Abstinenz ist auf den extrem schnelllebigen Plattformen eine gefühlte Ewigkeit.

Zusätzlich ist natürlich noch eine Strafverfolgung möglich, die deutlich härtere Strafen nach sich ziehen kann.

Die zwei Firmen, die den vergleichsweise jungen Markt dominieren sind Tencent (10 verschiedene Apps für Videoclips) und Bytedance (抖音, Dǒuyīn). Erstere haben sich bereits dazu geäußert und gaben an, wie sonst auch immer, sich an die neuen Regeln halten zu wollen. Gleiches wird wohl auch für Bytedance gelten, auch wenn ein Statement aktuell noch aussteht.

Um die Popularität, und damit die Notwendigkeit für die Regierung diese Regeln aufzustellen, zu verstehen, sollten sich die entsprechenden Zahlen dazu ansgeschaut werden. Tencent hat alleine im Frühling 2018 $750 Millionen in die eigene App Kuaishou investiert um sich gegen Bytedance durchzusetzen. Diese besitzen weit über 150 Millionen Nutzer, die die App täglich offen.

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