Gionee ist so gut wie Pleite

Glücksspiel und Missmanagement führten in eine schwere Krise, von der sich Gionee wohl nie mehr erholen wird.

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Nicht nur Faraday Future liegt im Sterben, auch um den chinesischen Smartphoneproduzenten Gionee steht es mehr als schlecht. Die Schulden sind enorm, zusätzlich hat CEO mehrere Millionen verzockt.

Glücksspiel gab Gionee den Rest

Das Smartphonegeschäft ist extrem hart, nur die wenigsten Hersteller verdienen überhaupt Geld damit. Dass es eine (global) relativ kleine Firma wie Gionee in dem Markt schwer hat, ist also keine Überraschung. Scheinbar lief es in den letzten Jahren jedoch noch schlechter als gedacht. Die immerhin 6% Marktanteil in China ließen sich wohl nur mit enormen Verlusten sichern.

Das wurde nun bekannt, da CEO Liu Lirong nun zugegeben hat, dass die Firma aktuell 17 Milliarden Yuan (ca 2,2 Milliarden €) Schulden hat. 10 Milliarden Yuan davon schuldet Gionee Banken, 5 Milliarden Yuan müssen noch an Lieferanten und Hersteller gezahlt werden und die übrigen 2 Milliarden Yuan sind Schulden bei Werbefirmen.

Snapdragon 435 Gionee China Smartphone
Das „Flaggschiff“ des 2018er Lineup kommt mit 720p Display und dem Snapdragon 435

Die Auswirkung der enormen Verschuldung haben sich bereits bei Gionee gezeigt. Die einzigen Smartphones, die 2018 vorgestellt wurden, sind in Tests zurecht komplett durchgefallen und können nicht einmal ansatzweise mit der Konkurrenz mithalten. Die hauseigene UI „amigoOS“ ist in Version 5 immer noch auf Basis von Android 7.1 und hat auch kein Update bekommen, zusätzlich wurde im September das vergleichsweise starke Indiengeschäft an Karbonn Mobiles verkauft.

Doch ein viel interessanterer Grund für drohende Pleite ist die Glücksspielsucht des CEOs von Gionee. Dieser hat in Saipan, einer Insel die zu den nördlichen Marianen gehört, in einem Casino mehr als hundert Millionen Euro verspielt. Ein Bericht spricht gar von über 10 Milliarden Yuan (ca. 1,2 Milliarden €), was der CEO zuerst komplett bestritt, später gab er jedoch zu, „mehr als eine Milliarde Yuan“ verloren zu haben.

Auch behauptet er, dass er kein Geld von Gionee verzockt hat, sich aber eine unbekannte Summe von der Firma „geliehen“ hat. Um wie viel Geld es sich dabei handelt und ob er das Geld zurückgezahlt hat ist unbekannt. Da die Firma Ihre Rechnungen schon seit langem nicht mehr zahlen kann, haben knapp 20 Lieferanten von Gionee am 20.11.2018 einen Antrag auf Insolvenz von Gionee gestellt. Die Schulden wird Gionee wohl nicht mehr begleichen können, daher dürfte dieses Verfahren das Ende der Firma bedeuten.

 

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