60% Verlust für Investoren: Xiaomis Börsenkurs bald unter 1€ pro Aktie?

Marktanteile sinken für den Alleskönner aus Beijing

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Die IPO und den Aktienkurs von Xiaomi habe ich bereits mehrmals angesprochen. Doch nun, knapp ein Jahr nach dem Börsenstart, stellt sich wie erwartet heraus, dass Xiaomi ein Investmentflop geworden ist.

Oder hat Xiaomi gar alles richtig gemacht, Geld eingesammelt und nur die ausländischen Investoren stehen nun mit leeren Händen da?

Der internationale Hype den der Börsengang auslöste war so groß, dass selbst China-Gadgets.de erklärte, wie ein Depot eröffnet werden kann und die Aktien erstanden werden können.

Dennoch handelte die Aktie bereits am ersten Tag unter IPO-Preis, nahm dann schnell Schwung auf und folgt seither dem negativen Trend.

xiaomi aktienkurs seit börsengang

Obwohl Quartalszahlen seither die Erwartungen übertreffen, Xiaomis Umsätze steigen, und das Unternehmen endlich (auf dem Papier) profitabel ist, zeigen sich Investoren unbeeindruckt. Der Börsenkurs ist auf rasanter Talfahrt und, obwohl das Volumen seit 2019 angestiegen ist, wird der Preis in den nächsten Tagen vermutlich die psychologische Grenze von 9HKD und 1€ durchbrechen.

Rund weitere 13% Verlust würden den Preis unter 1 US-Dollar drücken und spätestens dann werden die Plattitüden über das „Apple Chinas“ hoffentlich verschwinden. Ein Nutzer eines chinesischen Finanz-Blogs hat den Aktienkurs passend zusammengefasst:

什么都做的公司注定什么都做不好. Die Firma, die alles kann, ist dazu verdammt, nichts zu können.

Dennoch ist das Unternehmen kein Einzelfall aus dem Land der Mitte. Fast keines der chinesischen Unternehmen wird über dem IPO Preis gehandelt. Prominente Mitstreiter, die auf dem New York Stock Exchange zu finden sind und erhebliche Verluste einstecken mussten, sind z.B. e-Commerce Unternehmen VIPshop (NYSE:VIPS) oder Elektroauto-Hersteller NIO (NYSE:NIO).

Natürlich werden diese Verluste von Investoren getragen und nicht vom Unternehmen selbst. Die IPO-Gewinne (in ausländischer Währung!) gehen an eine Holding Company auf den Virgin Islands und anderen Steueroasen. Ideal für Kapitalhungrige Unternehmen, die von Investoren keine weiteren Gelder und/oder vernünftige Deals bekommen.

Würden diese Unternehmen auf Chinas Börsen (SZSE: Shenzhen Stock Exchange oder SSE: Shanghai Stock Exchange) gelistet werden, wäre dies nicht möglich und Firmen müssten sich gegenüber dem Staat und den Investoren rechtfertigen.

Erst in diesem Jahr zahlte Alibaba 250$ Mio. Strafe, da sie Investoren betrogen haben und nicht auf hunderttausende Fake-Produkte auf ihren Plattformen aufmerksam gemacht haben.

In Hong Kong scheint es für Tech-Aktien generell nicht so gut auszusehen. Selbst wenn Dividenden abgezogen werden, liegt der ROI der letzten 5 Jahre bei -33% im Tech-Sektor.

Insgesamt ein spannendes Thema, bei dem auf Techkou in Zukunft mehr erwartet werden darf. Solange gilt: FOMO bei chinesischen Unternehmen vermeiden!

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