Privatssphären Verstöße: Nationale Virus-Zentrum mahnt Bytedance, JD und weitere Unternehmen ab

Nach neuen Regulierungen wird auch den großen genau auf die Finger geschaut.

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Während Deutschland der Hashtag #Neuland weiterhin die digitale Infrastruktur beschreibt und in Australien chinesische Hacker-Angriffe aus ökonomischen Gründen verschwiegen werden, legt die Regierung in China selbst Hand an und stellt mehrere Apps bekannter Unternehmen an den Pranger.

Das China National Computer Virus Emergency Response Center (中国国家计算机病毒应急处理中心, CVERC) veröffentlichte einen Bericht, der zeigt das viele Apps unerlaubt Daten sammeln und teilweise sogar Hackern einfachen Zugriff auf z.B. Online-Bezahlungsmethoden ermöglichen.

Insgesamt hat das Zentrum bereits über 1 Millionen Apps auf die schwarze Liste gesetzt, von denen rund 40.000 illegale Tätigkeiten (Glücksspiel, Pornografie, VPNs, „Fake News & Gerüchte“, Investment Scams) beinhalteten.

apps bekannter chinesischer hersteller die gegen privatssphäre regulierungen verstoßen haben

Leider trifft es auch einige Größen der chinesischen Digitalwirtschaft und so sind unter anderem Bytedances Toutiao, JDs Finanzierungs-App, der Bezahlungs-Dienstleister Union Pay und die Dating-App Momo gewarnt worden. Zwar seien in diesen Applikationen keine schwerwiegenden Sicherheitslücken gefunden worden, aber sie alle sammelten Informationen ohne den Nutzer darüber zu unterrichten und vorab eine Einwilligung zu erhalten.

Besonders heikel ist ebenfalls, dass ebenfalls die SDKs (Software Development Kit), die von mehreren App-Herstellern genutzt werden, betroffen sind.

Das starke Durchgreifen durch die Regierung mag an den, seit einiger Zeit in Kraft getretenen, Richtlinien für Internetfirmen und Nutzerdaten liegen. So wurde nun ausdrücklich klassifiziert wann und für welche Daten Nutzer einwilligen müssen.

Dieser Teil des chinesischen Internet-Sicherheits-Gesetz wird nun härter durchgegriffen. Bisher hatte diese Regulierung, welche in 2016 in Kraft trat, für viele Probleme für ausländische Firmen gesorgt. Datensätze, die chinesische Internetnutzer beinhalten, müssen nun innerhalb des Landes abgespeichert werden.

Dies sorgte dazu, dass Apples iCloud an die chinesische Regierung in Guizhou verkauft wurde und sich der erste Skandal entfaltete. Nach der Übergabe bekamen chinesische iCloud-Nutzer – natürlich ohne Einwilligung – illegale Werbung für Pornografie und Glücksspiel auf ihr Smartphone.

Fun Fact: Der Hersteller des berühmten Schnapses Báijiǔ (白酒) besitzt auch Anteile an dem „neuen“ iCloud-Besitzer. Natürlich sind beide Unternehmen zum Teil in der Hand der Regierung.

Nachdem es in 2018 bereits für Branchenriesen wie Tencent unmöglich war neue Spiele zu lizenzieren, da dass verantwortliche Ministerium einen Stop verordnet hatte, ist dieses an den Pranger stellen vorerst noch harmlos.

Ob Strafen verteilt wurden ist im öffentlichen Diskurs nicht bekannt gemacht worden. Es kann erwartet werden, dass in Zukunft härter gegen fehlerhafte Software durchgegriffen wird und eventuell Apps dieser Unternehmen nur nach eine intensiven Prüfung freigegeben werden.

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