Wie die LGBQT Dating-App Grindr zum Problem der nationalen Sicherheit wurde

Der chinesische Besitzer Kunlun Wanwei wird gezwungen die App zu verkaufen

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Mit über 10 Millionen Downloads im Google PlayStore platziert sich Grindr als die Nummer 1 Dating-App für alle Suchenden der LGBQT-Community. Das kalifornische Unternehmen hinter der App wurde Anfang 2018 von dem chinesischen App-Entwickler Kunlun Tech Co., Ltd. (北京昆仑万维科技股份有限公司) aufgekauft.

Anders als Tindr sammelt die App weitere Daten wie z.B. den HIV-Status der Nutzer. Dies scheint einer der Gründe zu sein, warum das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) nun nachträglich verlangt, dass das Investment zurückgezogen wird.

Durch eine Reuters Investigation wurde nun bekannt, dass mehrere Ingenieure in China Zugriff auf die sensible Datenbank inklusive Krankheitsstatus erhalten haben. Zwar ist nicht bekannt, ob diese Daten missbraucht oder mit der Regierung geteilt wurden, aber die amerikanische Regierung sieht dennoch Anlass einzugreifen unter dem Verdacht der Gefährdung nationaler Sicherheit.

Mit HIV kein Langzeit-Visa! Für ein Arbeitsvisum (oder für Studenten) in China findet jährlich ein Gesundheitscheck statt. Wer HIV positiv getestet wird, erhält kein Visa und darf nicht arbeiten. Für Touristen oder kurze Aufenthalte gibt es keine Restriktionen.

Die Annahme der amerikanischen Regierung ist, dass „der chinesische Geheimdienst, durch politische oder legale Mittel, problemlos Zugriff auf die Daten jedes privatgeführten chinesischen Unternehmens erhalten kann, sofern sie es wünschen“.

 

Nach der vollständigen Übernahme durch Kunlun Tech verließ nicht nur der ehemalige CEO das Unternehmen, sondern das Unternehmen feuerte auch einen Großteil der Mitarbeiter in den USA und gründete ein eigenes Unternehmen in Bejing für die neu erstandene App. Viele weitere folgten dem CEO und verließen selbstständig das Unternehmen.

Nur kurze Zeit später, nachdem Kunlun das Optimieren der App in die Hände chinesischer Ingenieure gab, sorgte eine Sicherheitslücke dafür, dass die Standortdaten von Nutzern, die dieses Feature deaktiviert haben, problemlos gefunden werden konnten.

Ebenfalls wurde für mehrere Monate Zugriff auf die Datenbank gewährt. Nachdem CFIUS den Fall als Problem der nationalen Sicherheit deklarierte wurde der Zugriff entzogen und ein Statement von Kunlun besagt, dass die Privatsphäre der Nutzer höchste Priorität für das Unternehmen besitzt.

Ein Sicherheits- und anschließend ein Prüfungsunternehmen wurden beauftragt, um die Datenbank zu sichern, um den von CFIUS gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Kunlun wehrte sich vehement gegen die Entscheidung der US-Regierung, die App abzustoßen. Ein Statement aus der letzten Woche bestätigt allerdings, dass Kunlun im Juni nächsten Jahres die App deinvestieren wird.

Ob dies den Anforderungen genügt und wie es um die App in Zukunft stehen wird, da in den USA nur wenige Mitarbeiter übrig geblieben sind, bleibt vorerst offen.

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