Und täglich grüßt … Faraday Future

Mittlerweile werden die Pläne für die Zukunft des "Autobauers" Faraday Future konkreter. Im Mittelpunkt stehen enorme Schulden um den Bau zu bezahlen.

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Es ist ein ewiges hin und her mit Faraday Future. Letztes Jahr sah alles nach einem schnellen Ende aus, doch das Sprichwort „Totgeglaubte leben länger“ trifft hier definitiv zu. Nach der Einigung mit Großinvestor Evergrande ging es an neue Pläne und frisches Geld. Obwohl kein einziges Modell es bisher in die Serienreife geschafft hatte, wurde direkt ein neues angekündigt und das (unbebaute) Grundstück, und angebliche Fabrik, wurde verkauft.

Nach dieser kurzen Zusammenfassung der letzten Monate wird es wieder Zeit, einen Blick in die abenteuerliche Zukunft des Startups zu werfen.

Insolvenz als Finanzierungstrick?

Das es finanziell alles andere als gut aussieht, ist schon seit Jahren offensichtlich. Jetzt sollen in einem komplizierten Vorgang die Schulden umstrukturiert werden und neue Kredite aufgenommen werden. Insgesamt sollen so weitere $225 Millionen in die Kassen des angeschlagenen Konzerns gespült werden. Damit soll die kurzfristige Liquidität der hochverschuldeten Firma gesichert werden und ein Stillstand wie im letzten Jahr verhindert werden. Als Sicherheit für die neuen Kredite wurde unter anderem das Gelände in Las Vegas an die Bank Birch Lake überschrieben.

Außerdem wurde der gesamte Wert von Faraday Future geschätzt, der sich auf $1,25 Milliarden belaufen soll – das meiste davon in Form von Patenten und Know-How der Mitarbeiter. Genau diese Summe versucht Faraday Future nun auch als Finanzmittel aufzureiben, um damit tatsächlich die Produktion des Modells FF91 zu beginnen.

Damit das gelingt, sollen möglichst große Anteile verkauft werden, was sich jedoch als äußerst schwierig herausstellt. Denn mindestens 33% gehören Jia Yueting, der einst in China ein gefeierter Star war, bevor er mit Le.com spektakulär gescheitert ist und sich in die USA abgesetzt hatte. Jedoch möchte der CEO seine Anteile offensichtlich nicht verkaufen, da er dann die Kontrolle über sein Unternehmen verlieren könnte.

Weitere 32% gehören Evergrande, ein Auskaufen dieser Anteile würde aktuell $600 Millionen kosten, eine Summe die weder Faraday Future hat, noch Jia Yueting. Theoretisch war Evergrande auch letztes Jahr bereit, genügend Kapital bereitzustellen, wenn sich Jia Yueting von Faraday Future distanziert. Das hatte er jedoch nicht, wodurch es zu dem kostspieligen Rechtsverfahren kam. Die restlichen Anteile befinden sich im Besitz einiger Mitarbeiter, wodurch es extrem schwer werden dürfte, das benötigte Kapital aufzutreiben.

Damit bleibt es aktuell bei der reinen Hoffnung auf weitere Investoren in das einst so vielversprechende Startup. Falls das nicht klappt, werden auch die aberwitzig ambitionierten Pläne wohl wieder einmal scheitern. Denn dass noch dieses Jahr das FF91, 2020 das V9 und im Jahr darauf das FF81 auf die Straßen kommen, wäre selbst mit unbegrenzten Finanzen kaum zu schaffen. Wie immer gilt aber, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

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