Achtung: Gesichtserkennung bei China Smartphones unsicher!

Fake Face-Unlock Feature ein großer Marketing Gag & Sicherheitsrisiko

2

Face Unlock ist der Trend seit Apple es mit dem iPhone X (wieder) populär gemacht hat. Deshalb springen die meisten chinesischen Smartphonehersteller wie Xiaomi, UMI Digi, Ulefone und Vernee schnellstmöglich auf den Zug auf. So bieten fast alle neuen Smartphones der Hersteller dieses Feature an.

Doch Achtung: Meistens ist dieses Feature nicht sicher! Ein Selfie eures Facebookprofils, oder gar eine Person die euch ähnlich sieht, reicht aus, um die Smartphones aus China zu veräppeln.

Gesichtserkennung nur eine Marketingmasche

Selbst Apple hat in China mit einem Fall zu kämpfen, bei dem zwei nicht verwandte Personen ein iPhone X entsperren konnten. Wenn selbst der Smartphone-Gigant aus Cupertino mit Problemen zu kämpfen hat, wie soll dann z.B. ein Ulefone Power 3 für unter 200€ abschneiden?

Die meisten können es bereits erahnen: Das Ergebnis ist desaströs. Selbst ein einfaches Selfie reicht schon aus, um die günstigen Chinahandys zu entsperren. Chinamobilemag.de zeigt euch dies in folgendem Kurztest.

Xiaomi Mix 2S – Teuer ist nicht besser

Und auch Xiaomis aktuelles Flaggschiff kommt (natürlich) mit dem Feature. Und hier wird es nicht, wie bei vielen anderen Smartphones aus Xiaomis Lineup, nachgerüstet, sondern ist von Anfang an dabei.

Wer jetzt meint, dass das ein Garant für Sicherheit ist, der hat sich leider getäuscht. Denn selbst Xiaomi, der Riese im chinesischen Smartphonemarkt, bekommt Face Unlock nicht vernünftig umgesetzt. Doch zuerst noch ein Lob dafür, dass MIUI beim Einrichten des Features davor warnt, dass diese Möglichkeit unter Umständen nicht sicher ist. Und diese Warnung solltet Ihr euch zu Herzen nehmen!

Denn Face Unlock funktioniert zwar zuverlässig und schnell, jedoch nicht nur beim Besitzer, sondern auch bei Bildern von Ihm, beziehungsweise selbst bei Geschwistern. Das können wir auch aus erster Hand bestätigen, da der Bruder von Fabian (Autor im Techkou Team) problemlos mehrmals das Xiaomi Mix 2S entsperren konnte.

So erinnert das Feature aktuell noch an eines, dass einige Hersteller wie Samsung schon vor vielen Jahren verbaut hatten. Auch damals ließen sich die Smartphones durch einen „Gesichtsscan“ entsperren. Und, wie heute, war es ein simpler Abgleich eines Fotos mit dem Gesicht der Person, die das Handy gerade in der Hand hat. Nur war die damalige Sicherheit und Zuverlässigkeit durch die schlechten Frontkameras und unausgereifte Software noch schlechter, als Sie es heutztage ist. So verschwand das Feature schnell wieder in der Versenkung, bis der Trend durch Apple reanimiert wurde.

Sichert euer Smartphone richtig ab!

Da mittlerweile jedes Smartphone nicht nur persönliche Fotos (Ihr wisst schon..), sondern auch Informationen zum Onlinebanking oder mobilen Bezahlen enthält, rate ich jedem Chinaphone-Fan, auf dieses Feature zu verzichten.

Der Fingerabdrucksensor, den chinesische Firmen seit langer Zeit sicher und schnell umsetzen, gilt immer noch als beste Methode, um euer Smartphone abzusichern. Als Backup kann natürlich immer ein PIN oder ein Entsperrmuster (großes Raster bevorzugt) verwendet werden. Ein zweites Passwort für Apps die sensible Daten enthalten, kann auch nie schaden.

Allerdings habe ich Hoffnung für die chinesischen Hersteller, denn in Zukunft werden sie auch die Gesichtserkennung (hoffentlich) meistern können. Schließlich kann hier in China mittlerweile mit Gesichtserkennung bei z.B. KFC bezahlt werden.

Auch liegt das größte Problem an der schlechten Implementierung der Algorithmen, die zur Entsperrung verwendet werden. Sobald Hersteller das Know-How entwickeln konnten, wie man die Software von Megvii in den Griff bekommt, könnte sich hier ein nützliches und sicheres Feature entwickeln.

Bis dahin gilt allerdings: Finger Weg von von dieser „Sicherheitsmaßnahme“!

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Regelmäßige Updates von Techkou per Mail erhalten?

2 Kommentare
  1. ChinaHamster sagt

    Nach Weglassen der 3,5mm-Buchse und Fake-Dualkameras kommt jetzt Fake-Face-ID.
    Wie soll man auch mit einer zweiten Fake-Kamera ein räumliches Bild erfassen?
    So wird einfach eine reine Softwarelösung implementiert und ein 2D-Bild ausgewertet, das sich mit jedem 2D-Bild des entsprechenden Gesichts austricksen lässt…

    Als nächstes stehen schon Smartphones mit einer Kopie der Notch in den Startlöchern. Der Bildschirm wird „angeknabbert“ weil Apple es vormacht.

    Nicht alles ist es Wert kopiert zu werden. Apple und Co. suchen auch nur krampfhaft nach Alleinstellungsmerkmalen um ihren Preis und ihr Image als Technikvorreiter zu rechtfertigen. Dabei hat Apple zusätzlich das Problem mit seiner Geheimhaltungspolitik, nicht auf Messen vorab die Kundenresonanz/Marktakzeptanz testen zu können. Daher hilft Apple nur die Selbstdarstellung Neuheiten als ultimative Lösung/Weiterentwickling zu präsentieren. Das sollte aber noch kein Grund, sein das angebotene kritiklos zu kopieren.

    Dabei gibt es durchaus bemerkenswerte Einzelfälle, wie Vivo mit dem Fingerabdruckscanner oder Doogee mit dem Vollbild-Schiebephone, bei denen die Hersteller zeigen, auch selbst die Kompetenz zu haben technische Neuheiten am Markt positionieren zu können…

  2. Jan sagt

    Schöner Artikel! Habe ich mir schon die ganze Zeit gedacht und selbst beim OPO 5T bin ich skeptisch, was die Sicherheit angeht…