Douyin (Tik Tok) ist die neue E-Commerce Plattform für Fake-Produkte

Ab 10.000 Fans kann ein Shop in der App eröffnet werden

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China ist immer noch der größte Markt für Fake-Produkte und erstaunlich ähnliche Hommagen bekannter Markenprodukte. Seit die größten E-Commerce-Unternehmen allerdings auf internationalen Börsen auftauchen, sind ihnen die Aufsichtsbehörden ständig im Nacken.

Alibaba und Pinduoduo befinden sich bereits auf der Blacklist in den USA, obwohl sie auf dem NASDAQ gelistet sind. Mit Bytedance, dem (momentan) wertvollsten Startup der Welt und Entwickler der Kurzvideo-App Douyin (China) bzw. Tik Tok (International), könnte sich bald ein weiteres Unternehmen auf der Liste gemütlich machen.

Seit kurzer Zeit ist es möglich auf Douyin (抖音短视频, Dǒuyīn duǎn shìpín) Mini-Apps zu nutzen und ab 10.000 Fans einen Onlineshop zu eröffnen.

Verkäufer und Hersteller von Fakes, die mittlerweile Schwierigkeiten haben auf Alibabas Tmall oder Taobao und Pinduoduo zu verkaufen, nutzen nun die beliebte App, um ihre Waren an Kunden zu bringen. Dabei werden oft Videos von Influencern, die bestimmte Markenprodukte bewerben, geklaut und für die eigenen Zwecke genutzt.

Um die Impressionen zu erhöhen wird Werbung geschaltet. Laut einem Bericht von Jiemian.com werden rund 30-40% des Produktpreises in Marketing gesteckt. Mit Originalprodukten wäre dies als Vendor unmöglich.

Statt einem eigenen Shop wird oft ein Link zu einem Bestellformular hinzugefügt. Dort wird mit der Zahlungsmethode Nachnahme vertrauen suggeriert und Kunden bestellen die vermeintliche Originalware zu sich nach Hause. Alternativ können die 10.000 Fans auch gekauft werden.

Was die Besteller dann nicht mitbekommen ist, dass der Account anschließend, nachdem er eine kritische Masse an Bestellungen erreicht hat, verschwindet und gelöscht wird.

Bytedance verstößt hier nicht nur gegen chinesische E-Commerce Gesetze, die im letzten Jahr deutlich strenger geworden sind, sondern scheint sich, angesichts des gigantischen Wachstums um jeden Preis, bisher um dieses Problem keine Gedanken gemacht zu haben.

Es scheint so, als gäbe es keine genaue Prüfung der werbenden Unternehmen und auch für Nutzer der App ist es momentan nicht möglich Beschwerde einzureichen.

Vielleicht sind diese Schlupflöcher ein Grund, warum die Features noch nicht international zur Verfügung stehen. Den Schaden an der eigenen Reputation kann Bytedance vor einer nahenden IPO definitiv nicht gebrauchen.

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